


Pixelpark Hundisburg
Der barocke Park des Schlosses Hundisburg ist ein Spiel von Natürlichem und Künstlichem. Der Mensch macht sich die Erde untertan und formt im Garten die Natur nach seinen Vorstellungen. Dominierend sind Symmetrie und Axialität als Zeichen der menschgemachten Ordnung.
Dieses Verhältnis von Mensch zu Natur thematisiert der Pixelpark: Im Bereich der Broderien des Oberen Lustgartens wird ein Feld von einfachen Gehwegplatten ausgelegt. Im präzisen Raster, das sich aus der handelsüblichen Größe von 30cm x 30cm ergibt, liegen die Platten jeweils 90cm von der nächsten in beide Richtungen entfernt. Die hellen Betonsteine kontrastieren mit grünem Rasen. Die Gehwegplatten sind ein Industrieprodukt und damit sehr günstig zu beschaffen und einfach zu verlegen. Nach Ende der Aktion können sie wieder genutzt werden, da sie ohne Mörtelbett verlegt werden.
Nach drei Wochen werden alle Platten um eine Plattenlänge auf das Schloss hin bewegt. Zurück bleibt der helle Abdruck im Gras, hervorgerufen durch das Gewicht und die geringere Photosynthesefähigkeit der abgedeckten Pflanzen. Nach drei Wochen wiederholt sich der Vorgang und nach weiteren drei Wochen ein letztes Mal, bevor die Installation abgeräumt wird. Zu diesem Zeitpunkt wird der erste Abdruck bereits wieder im umgebenden Rasen aufgegangen sein. Das zuerst richtungslose Raster wandelt sich in lange Streifen, parallel zur alles bestimmenden Hauptachse des Schlosses. Die verschiedenen Abdrücke und die Platten selbst als Pixel erinnern an die aus mineralischen und organischen Substanzen zusammengesetzten Flächen der ehemaligen Broderien.
Wettbewerb
2007